AUF RADUNIA BIS GDAŃSK
Die Lage:
Die Radunia (dt. Radaune) liegt in Pommern. Sie ist ein linker Zufluss von Motława (dt. Motlau). Das Einzugsgebiet beträgt 837 km2. Die Radunia entspringt im Jezioro Stężyckie (Radaune-See bzw. Stendsitzer See). Der Fluss endet in Gdańsk (Danzig) und mündet an zwei Stellen in die Motława. Radunia erlaubt uns die schönsten Winkel der Kaschubischen Seenplatte kennen zu lernen. Die schönste Strecke umfasst das Gebiet der Kaschubischen Schweiz, das durch die sauberen Seen, tiefe Hohlwege und hohe Hügel bekannt ist. Es ist eine der schwierigsten, aber auch der schönsten Kajakrouten in Polen.
Flussdaten:
Flusslänge: 104 km
Länge der Strecke: 98 km , Kółko Raduńskie (Radunia –Ringtour) 40 km
Dauer der Tour: 4 Tage (mit der Radunia –Ringtour 6 Tage)
Schwierigkeitsgrad:
Die obere Strecke ist einfach, wenig Umtragen, es erwartet uns ruhiges See-Paddeln, das ideal für die Anfänger ist. Die mittlere Strecke hat einen Gebirgscharakter und verlangt viel Erfahrung. Bei Żukowo (dt. Zuckau) fängt eine am wenigsten befahrene Strecke an. Sie ist für Enthusiasten, die das ermüdende Umtragen nicht befürchten.
Campverhältnisse:
Auf der oberen Strecke der Tour gibt es gut bewirtschafteten Ufer, viele Zeltplätze, ziemlich viel Ferienzentren und agrotouristische Wirtschaften. Die mittlere Strecke umfasst ein geschütztes Reservat, wo ein Biwakverbot gilt. Wenig Tourismus auf der unteren Strecke ist ein Grund für die schwach entwickelte touristische Infrastruktur.
Beschreibung der Route:
Dieser widerspenstige und sehr arbeitsame Fluss ist ein wirkliches Paradies für Leute, die auf dem Wasser die Erholung, Abenteuer und Sporterlebnisse suchen. Seine Wechselhaftigkeit trägt dazu bei, dass jeder sich auf dem attraktiven Fluss gut fühlen kann, unabhängig von dem Niveau der Kajakerfahrung. Die ganze Route der Radunia teilt man in drei ganz verschiedene Etappen. Die erste bildet eine Gruppe von Seen, die mit den kurzen Flüssen verbunden sind. Mit einigen anderen Gewässern bilden sie sog. Kółko Raduńskie (Radunia-Ringtour). Radunia- Ringtour – die Seen, die in einem unregelmäßigen Ring verbunden sind und aus der Vogelperspektive an eine Halskette erinnern. Die Radunia bildet eine Achse dieses Gebiets, indem sie mit Seen und kleinen Bächen eine wunderschöne Reihe bildet, die sich in einem System eiszeitlicher Gletscherrinnen befindet. Es besteht aus über 25 Gewässern von verschiedener Größe, die ganz auf dem Gebiet vom Kaschubischen Landschaftsschutzpark liegen. Auf fast allen kann man Wassersportarten betreiben oder schwimmen. Der ganze Ring lässt sich fast ohne Aussteigen aus dem Kajak umfahren – von Stężyca (dt. Stendsitz) an durch Borucino (dt. Burzen), Chmielno (dt. Hopfenberg) bis zum in der Nähe von Stężyca liegenden Lubowisko See. Abhängig davon, in welche Richtung wir paddeln und von welchem Ort wir unsere Kajaktour beginnen, paddeln wir auf den Verbindungen zwischen den Seen einmal mit dem Strom und einmal stromaufwärts. Schmale Flussstrecken verlangen von uns ein bisschen Kraft und Energie. Die Kaschubische Schweiz, so nennt man dieses Gebiet, besitzt besondere Landschafts- und Naturwerte. Eine besonders interessante hydrologische Kleinigkeit ist die Tatsache, dass von diesem am höchsten gelegenen Gebiet der Kaschubischen Seenplatte fließt das Wasser in alle Richtungen; in den Norden von Reda (dt. Rheda) und Łeba (dt. Leba), in den Osten von Radunia in die Motława, in den Süden durch Wierzyca (dt. Ferse) und Wda (dt. Schwarzwasser) in die Wisła (dt.Weichsel), in den Westen in die Słupia (dt. Stolpe) und Łupawa (dt. Lupow). Hier beginnen viele Wasserrouten. Um den ganzen Ring zu umpaddeln, brauchen wir 2 Tage – wir fangen meistens in Stężyca an, wo es sowohl eine gute Verkehrsverbindung als auch Übernachtungsmöglichkeiten gibt, und enden in Ostrzyce. Die meisten Ortschaften, die sich auf diesem Gebiet befinden, pflegen die kaschubischen Traditionen. Radunia - Ringtour eignet sich ideal für Familienpaddeltouren, sie ist wenig lästig, mit schönen Blicken – ein gutes Angebot für eine Wochenendpaddeltour. Der zweite Teil bildet eine Durchbruchstrecke des Flusses. Wenn die Radunia aus dem Ostrzyckie- See fließt, ist sie schon ein selbstständiger Fluss. Hier beginnt die Durchbruchstrecke der Route. Zuerst bildet sie im tiefen schönen Radunia-Tal zahlreiche Mäander, und weiter, unterhalb Wyczechowo, nördlich von Szymbarskie-Anhöhen und Somonin erreicht sie den malerischen Durchbruch, oft als „Babie Doły Durchbruch“, „Radunia Durchbruch“ oder „Radunia Hohlweg“ bezeichnet. Das Wasser fließt hier außergewöhnlich rasch, die zahlreichen Stromschnellen und im Flussbett liegende Bäume verleihen der Umgebung einen Hauch von Wildnis. Nach der Zuordnung von PZK und PTTK (Organisationen der Polnischen Naturfreunde) gehört dieser Teil von Radunia zu Gebirgspaddelrouten. Die Befahrung des 10 km langen Durchbruchs bringt unvergessliche Eindrücke. Der ganze Teil des Flusses gilt als Schutzgebiet, man darf hier nicht campen, deshalb muss man die Strecke innerhalb eines Tages zurücklegen. An der Grenze zum Durchbruch liegende Ortschaft heißt Żukowo (dt. Zuckau). Der dritte Teil der Route ist nicht so attraktiv wie die zwei vorherigen, das verursacht, dass die Mehrheit der Paddeltouren in Żukowo endet. Der weitere Teil von Radunia ist mehr geregelt, sie fließt durch Stauseen: Łapińskie-See, Kolbudy-See, Goszyn-See und Straszyńskie-See und treibt 8 Wasserkraftwerke. Die Paddelroute ist hier lästig, weil man Kajaks lange umtragen muss, und der Fluss ist auf diesem Abschnitt nicht mehr so sauber. Vor Pruszcz Gdański (dt. Praust) zweigt das Flussbett ab und das Wasser fließt hauptsächlich in der so genannten Nowa Radunia (dt.Radaunekanal). Das ist der älteste Kanal auf dem polnischen Gebiet. Er wurde im XIV. Jahrhundert unter der Herrschaft des Deutschen Ritterordens gebaut. Das Flussbett von Stara Radunia (Altradaune) führt in die Motława, und weiter ins Zentrum der Danziger Altstadt. Für diese Etappe muss man maximal 3 Tage bestimmen, obwohl es eigentlich eine Etappe für Ausdauernde ist. Ästhetische Werte sind gering – die Landschaft ist monoton, zahlreiches Umtragen lässt sich spüren.
Touristische Attraktionen:
- Botanischer Garten in Gołub (dt. Golub),
- Museumspunkt (kaschubische Bauernhütte mit voller Ausstattung) in Ostrzyce,
- Betrieb für kaschubische Keramik und Museum in Chmielno (dt. Hopfenberg),
- Regionalkammer in Chmielno,
- Dreieinigkeitkirche in Goręczyn,
- Kirche aus dem XVIII. Jahrhundert in Kiełpino (dt. Kelpin),
- Landschaftsschutzgebiet „Jar rzeki Raduni“,
- gotische Klosterkirsche aus dem XIII.-XIV. Jahrhundert und Barockpfarrkirche aus dem XVII. und XVIII. Jahrhundert in Żukowo,
- zahlreiche über 100 Jahre alte Wasserkraftwerke, als „Wasserburgen“ bezeichnet,
- Möglichkeit, Winterpaddeltouren zu organisieren
Wir empfehlen die Strecke:
- Radunia-Ringtour (Stężyca – Ostrzyce) 2-3 Tage
- Ostrzyce (dt. Karthaus)– Żukowo (dt. Zuckau) 1 Tag
- Żukowo – Kolbudy (dt. Bölkau) 1 Tag
- Kolbudy – Pruszcz Gdański (dt. Praust) 1 Tag
- Pruszcz Gdański – Gdańsk (dt. Danzig) 1 Tag





